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Echtes Storytelling & die Rolle von KI

Wie du künstliche Intelligenz einsetzt, ohne deine menschliche Geschichte zu verlieren

Head Of Marketing En Events Annemarie Ten Brinke Dtch Digitals

Von: Annemarie ten Brinke

Lesezeit: 7 Minuten

Ja, da ist wieder einer, ein Artikel, der sich mit KI in Verbindung mit einem Teilbereich der Digitaltechnik beschäftigt. Denn ganz ehrlich, die Einführung der künstlichen Intelligenz (und vor allem ihre Akzeptanz) hat viel verändert. Es lohnt sich, darüber zu schreiben, denn auch die Art und Weise, wie wir als Menschen (und Unternehmen) Geschichten erzählen, hat sich verändert!

Während wir 2022 noch mit auffällig synthetischen KI-Inhalten experimentiert haben, sehen wir jetzt eine Verlagerung hin zu subtileren Anwendungen. Es geht nicht mehr um KI als Ersatz, sondern als intelligente Unterstützung der menschlichen Kreativität.

Aber wie findet man als Marke die richtige Balance zwischen Effizienz und Authentizität? Wie sorgt man für authentisches Storytelling, ohne seine Authentizität zu verlieren?

Zuerst mal zurück zu den Grundlagen.

Was ist Storytelling?

Storytelling ist die Kunst, Geschichten zu erzählen, die Emotionen wecken und Verbindungen zwischen Marken und ihrer Zielgruppe schaffen. Storytelling geht über das einfache Teilen von Fakten hinaus. Es geht darum, authentische Geschichten zu kreieren, die zu deinem Publikum passen, es ansprechen und es auf eine Reise mitnehmen. Nicht umsonst wird Storytelling im Content-Marketing eingesetzt.

„Gutes Storytelling verwandelt komplexe Produkte und Dienstleistungen in verständliche, relevante Geschichten, die Menschen zum Handeln inspirieren”.

Modernes Storytelling nutzt Mensch und Maschine

Und genau darin liegt auch eine interessante Herausforderung. Denn KI-Tools machen Storytelling zugänglicher (und einfacher) als je zuvor, aber gleichzeitig wächst das Misstrauen. Untersuchungen zeigen, dass 62 % der Verbraucher Inhalten misstrauen, sobald sie vermuten, dass diese von KI erstellt wurden. Gleichzeitig sagen Experten voraus, dass KI bis 2025 bereits 30 % aller ausgehenden Marketingbotschaften generieren wird.

Moderne Storytelling Maakt Gebruik Van Mens En Machine. Een Illustratie Van Iemand Die Met De Linkerhand Schrijft En Rechterhand Een Computermuis Vast Heeft

Das heißt nicht, dass du KI im Marketing meiden solltest. Nein, ganz im Gegenteil. Es heißt, dass du mit dieser starken Technologie cleverer umgehen musst.

Von Perfektion zu Authentizität

Die erste Generation von KI-Inhalten war erkennbar und ach so perfekt: schön glatt, poliert und vor allem zu … unmenschlich. Mit Sätzen wie „in der sich schnell verändernden digitalen Welt” (oder wenn du in einer anderen Welt tätig bist, war diese Welt schnell im Wandel) erkennst du den Inhalt sofort. Es ist nichts falsch daran, KI zu nutzen, du kannst deine eigenen Geschichten durchaus zusammen mit KI erzählen. Auch für diesen Artikel habe ich Claude um ein paar Statistiken und Ideen gebeten und Gemini hat mir beim Inhalt und der Stimmung geholfen. Ich fühle mich fast schuldig, dass ich ChatGPT nicht benutzt habe 😉.

Und das sieht man auch bei anderen Unternehmen.

(Modernes) Storytelling liegt in der cleveren Kombination aus KI und deiner eigenen menschlichen Kreativität. KI kannst du als deinen praktischen Assistenten nutzen, der analysiert, welche Geschichten bei deiner Zielgruppe ankommen, welche Emotionen die stärksten Reaktionen hervorrufen und welche Erzählstrukturen am effektivsten sind. Gleichzeitig ermöglicht die Technologie eine Personalisierung in bisher ungekanntem Ausmaß. Hast du ein gutes Beispiel, nutzt KI es gerne (auf deine Anweisung hin), um auch andere Kunden damit anzusprechen.

KI bietet kreative Unterstützung, indem sie endlos Ideen, Variationen und Vorschläge generiert, aber der menschliche Faktor … der bleibt! Ich wage es fast nicht, „unverzichtbar” oder „entscheidend” zu sagen, aber genau das ist es (aber KI liebt diese Art zu schreiben).

Die wahre Geschichte, die Richtung, die du einschlägst, und die einzigartige Stimme, die du ihr gibst, bleiben eine rein menschliche Angelegenheit. So schaffst du Relevanz, ohne deine Authentizität aufzugeben.

Deine persönliche Geschichte kannst nur du selbst erzählen 😌, es wäre verrückt, das einer Maschine zu überlassen.

Praktische Tipps für authentisches AI-Storytelling

Aber wie schafft man es, weiterhin authentische Geschichten zu erzählen und dabei AI zu nutzen? Nun, Kollegen geben dir bereits 20 Tipps für den Einsatz von Storytelling in Inhalten und satte 46 Tipps für Storytelling im digitalen Marketing(inklusive Beispielen), gehen dabei aber weniger auf AI ein.

Zum Glück liest du jetzt diesen Artikel.

1. Fang immer mit deinem „Warum” an

Bevor du KI einsetzt, solltest du genau wissen, warum du diese Geschichte erzählst. Was ist deine Kernbotschaft? Welchen Mehrwert schaffst du für deinen Kunden? KI kann dir helfen, diese Geschichte zu erzählen, aber sie kann sie niemals für dich erfinden. Das Tool hat diese Rahmenbedingungen nicht, aber du hast sie!

Also einfach zu deinem Tool sagen: „Schreib mir eine Geschichte über meine Marke”, würde ich nicht tun. Umgekehrt geht es aber. Frag das Tool vor allem, was es von dir braucht, um dir zu helfen, das Warum. Dann kommt automatisch eine Eingabeaufforderung, die du ausfüllen kannst.

Authentieke Storytelling Visual Van Prompt In Claude

2. Nutze die 70/30-Regel

Fang immer mit echten Ereignissen, Kundenerfahrungen oder Unternehmensmomenten an. KI kann diese Geschichten gestalten und verstärken, aber der Kern muss echt sein. Erfinde keine Geschichten, sondern baue auf dem auf, was wirklich passiert ist.

Lass KI dabei maximal 30 % deiner Content-Erstellung übernehmen. Die restlichen 70 % bestehen aus menschlichem Input: deinen Erfahrungen, Erkenntnissen, Emotionen und authentischen Beispielen aus deinem Unternehmen. Auch Google schätzt das, denn das E-E-A-T-Prinzip gibt dir eine eigene Stimme. Vergiss dabei nicht die Einflussprinzipien von Cialdini, und du hast eine „Story, die es wert ist, erzählt zu werden”.

3. Du bist nicht perfekt, warum sollten deine Geschichten es dann sein?

Das sage ich auch immer meinen Kollegen, die vor die Kamera wollen (eigentlich müssen sie das, aber das verrate ich jetzt mal nicht 😉). „Du bist kein Schauspieler und schon gar keine Maschine”, einmal „äh” sagen oder sich versprechen ist also überhaupt nicht schlimm. Oft verstärkt es deine Geschichte mit Video sogar und macht sie viel authentischer. Schauspielern können sie in einer Serie, wir wollen die echte Geschichte.

Das gilt auch für die Inhalte, die du schreibst.

Perfekt ausgefeilte Inhalte wirken unecht. Füge bewusst kleine „Unvollkommenheiten“ hinzu: eine persönliche Anekdote, eine ehrliche Reflexion über einen Fehler oder eine differenzierte Meinung. Das macht deine Geschichte erkennbar menschlich. Bewusste Rechtschreibfehler würde ich allerdings vermeiden, denn die machen deine Geschichte oft nicht besser.

Echte Geschichten haben mit Schwierigkeiten, Zweifeln und Unvollkommenheit zu tun. Erzähl von Momenten der Unsicherheit, Fehlern, die du gemacht hast, oder Herausforderungen, die du gemeistert hast. Das macht deine Geschichte menschlich und nachvollziehbar.

4. Erkenne den Tonfall

Lass Kollegen (oder sogar Kunden, wenn das zu deinem Unternehmen passt) deine KI-unterstützten Inhalte lesen, ohne zu sagen, dass KI verwendet wurde. Erkennen sie deine Stimme und deine Unternehmenskultur? „Klingt das wie etwas, das wir sagen würden?“ Ja? Super, dann hast du die perfekte Mischung gefunden.

Wenn nicht, musst du mehr menschliche Elemente hinzufügen. Ihr Feedback hilft dir, den authentischen Ton beizubehalten.

5. Nutze Transparenz als deine Stärke

Einige Marken entscheiden sich bewusst dafür, offen mit ihrer KI-Nutzung umzugehen. Coca-Colas „Create Real Magic”-Kampagne ließ Künstler KI-Tools verwenden, die auf die Marke trainiert waren. Das Ergebnis? Authentische Kunst, die eindeutig KI-gestützt war, bei der aber menschliche Kreativität den Ausschlag gab.

Diese Transparenz kann Vertrauen schaffen, vorausgesetzt, du:

  • Machst deutlich, wo KI eingesetzt wird.
  • Betont, dass menschliche Kreativität im Mittelpunkt steht.
  • Zeigst, welchen Mehrwert KI für die Geschichte hat.

Menschen und Maschinen erzählen gemeinsam die schönsten Geschichten

Erfolgreiches Storytelling dreht sich heute nicht mehr um die Wahl zwischen Mensch und Maschine. Es geht darum, beides clever zu kombinieren. KI liefert dir die Daten, die Skalierbarkeit und die Effizienz. KI ist der praktische Assistent, der dir viel Zeit spart. Menschen geben dir die Emotionen, die Intuition und die authentische Verbindung.

Du bleibst der Regisseur deiner eigenen Geschichte. Du entscheidest, welche Emotionen du hervorrufen möchtest, welche Werte du vermitteln möchtest und wie sich die Menschen nach dem Lesen oder Sehen deiner Inhalte fühlen sollen.

Möchtest du noch heute anfangen? Fang klein an:

  1. Identifiziere eine Geschichte aus deinem Unternehmen, die du erzählen möchtest (vielleicht sogar deine Geschichte).
  2. Nutze KI, um zu untersuchen, welche Aspekte dieser Geschichte für deine Zielgruppe am interessantesten sind.
  3. Schreib die Geschichte selbst, aber lass dir von KI Variationen vorschlagen.
  4. Teste beide Versionen und schau, welche besser ankommt.
  5. Analysiere, warum die erfolgreiche Version funktioniert hat.

Technologie kann deine Geschichte verstärken, aber niemals ersetzen. Die echte menschliche Erfahrung ist das, was auffällt. Deine Fehler, deine Lektionen, deine einzigartige Perspektive … das ist es, was dich auszeichnet, und das ist Storytelling.

KI ist ein nützliches Werkzeug für das Storytelling, aber die besten Geschichten kommen immer noch von Menschen, die etwas zu erzählen haben. Nutze die Technologie klug, bleib authentisch und vergiss nie: Hinter jeder guten Geschichte steht ein Mensch, der andere berühren, inspirieren oder helfen möchte. Ich bin sehr gespannt darauf, deine Geschichten zu lesen. Verbinde dich mit mir auf LinkedIn und ich freue mich darauf, dich in meiner Timeline (oder in den DMs) zu sehen.

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Über den Autor

Annemarie ten Brinke

Als Leiterin der Abteilung Marketing und Veranstaltungen ist Annemarie ten Brinke unsere interne Vermarkterin. Mit Inhalten, E-Mail-Marketing, der Vernetzung von Partnern und der Organisation von Veranstaltungen bringt Annemarie ten Brinke Dtch. Digitals noch besser auf die Landkarte. Gemeinsam mit dem Expertenteam sorgt sie dafür, dass unsere Website als Lead-Generator funktioniert und aus Marketingsicht das richtige Follow-up erhält.

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